Obstbaumgarten
Die Gemeinde Diepoldsau hat gemeinsam mit verschiedenen Institutionen und Privatpersonen einen Obstbaumgarten gepflanzt. Sie pflanzten beim Zentrum Rheinauen insgesamt 60 Bäume und schufen einen Ort der Bildung. Dieser verbindet Naturschutz und Tradition.

Der Obstbaumgarten ist ein Gemeinschaftsprojekt, das alte Traditionen wiederbelebt und die Landschaft bereichert. Insgesamt pflanzten die Verantwortlichen 30 Hochstammbäume, ergänzt durch je einen Niederstamm als Geschwisterbaum. Die Gemeinde Diepoldsau hat die Bäume in Zusammenarbeit mit der Naturschutzgruppe Alta Rhy, der Schule Diepoldsau, der St. Galler Kantonalbank sowie privaten Patinnen und Paten gepflanzt.

Die Schule wurde besonders eng einbezogen. Unter der Leitung der Lehrpersonen Engelbert Hutter und Elisa Schachtler pflanzten Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen und der Kleinklasse alle Niederstammbäume, insgesamt 30 Stück. Zukünftig können Schülerinnen und Schüler im Garten Nahrungsmittelproduktion hautnah erleben, die Früchte ernten, mosten und verkaufen. Auch im Unterricht wird das Projekt aufgegriffen. Dabei werden Umweltthemen, wirtschaftliche und soziale Aspekte behandelt.

Rückkehr zu den Wurzeln
Die Bäume, bestehend aus 20 Apfel- und Birnensorten aus alten «Pro Specie Rara»-Programmen und neuen Züchtungen, werden mit Sorten- und Patenbeschriftungen versehen. Patinnen und Paten können die Früchte selbst ernten, während die Öffentlichkeit vom Obstgarten als zugänglichem Naherholungsraum profitiert.

Hochstammbäume sind wahre Multitalente. Sie produzieren Sauerstoff, speichern CO2, spenden Schatten und bieten Lebensraum für zahlreiche Insekten, Fledermäuse und Vögel. Gleichzeitig strukturieren sie die Landschaft und tragen zu einem klimatischen Ausgleich bei. Bis 1960 prägten Obstgärten das Ortsbild von Diepoldsau, doch Bautätigkeit, Intensivierung der Landwirtschaft und gezielte Rodungsaktionen führten zum Verschwinden dieser Kulturen und damit auch eines wertvollen Lebensraums.
Gemeinschaftsprojekt mit Vorbildcharakter
Der neue Obstbaumgarten knüpft an diese Tradition an und setzt ein starkes Zeichen für den Erhalt alter Sorten, die Förderung der Biodiversität und eine nachhaltige Nutzung. Er bereichert die Landschaft, ergänzt die Aussenanlage des Zentrums Rheinauen und wird landwirtschaftlich genutzt.

Die Gemeinde Diepoldsau sieht im neugepflanzten Obstbaumgarten ein Vorzeigeprojekt. Hier sieht man, was erreicht werden kann, wenn Menschen aller Generationen, Institutionen und die Natur Hand in Hand arbeiten – ein lebendiges Symbol für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Heimatverbundenheit.